| 07.12.2002 |
Bauweise - (De)-Bakel (BDB) |
Ein Bautagebuch muss objektiv auch die weniger schönen Momente eines Hausbaus wieder geben können. Es wird wohl keinen Bau geben, der ohne Fehler und "Mängel" erstellt wird, denn schließlich arbeiten am Bau Menschen. Wir wollen versuchen durch zeitnahe Kontrolle und geschaffene Öffentlichkeit die Zahl der Fehler im Griff zu halten. Sobald wir oder Teilnehmer der Foren Mängel entdecken werden wir diese abstellen, soweit dies möglich ist.

Vorab zum Verständnis der nachfolgenden Bilder ein Bauplan (Untergeschoss Energiesparhaus40 Langbein in Bretzfeld). Besonderes Augenmerk liegt auf der linken Planseite:
Links oben ein Erdkeller, vollständig thermisch getrennt. Die Wände des Erdkellers sollten auf Fundamenten (40*40 cm) stehen, welche auf gewachsenem Boden errichtet werden müssen. Der Erdkeller geht bis auf die Grundsohle der Baugrube hinab (kein Schotter im Bereich des Erdkellers.
Dem Erdkeller vorgebaut befindet sich der kühle Vorratsraum. Man beachte die fast quadratische Form des Raumes und die Maßangaben auf der linken Bildseite.
Unten links befindet sich der Technikraum. Eingezeichnet sind die technischen Geräte und farblich hervorgehoben die Abwasseranschlüsse.
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12.11.2002
Der Schaumglasschotter der Fa. Misapor wird angeliefert und in die Baugrube gefüllt. Im Sonnenschein der Erdkeller.
Fehler 1: Im Bereich des Erdkellers liegt kein Schaumglasschotter (sollte laut Plan keiner liegen). Fehler 2: Die Drainage ist noch nicht eingebaut, obwohl der Schotter schon in die Grube verfüllt wurde.
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| 13.11.2002
Unter dem Schaumglasschotter steht das Wasser, da keine Drainage eingebaut wurde. Am Rand der Baugrube wird ein "Graben" in den Glasschotter geschaufelt.... Zudem ist unter dem Schotter kein Flies sichtbar, wie dies laut Baubeschreibung und in den technischen Anleitungen von Misapor ersichtlich ist.
Die Spezialisten von www.bauteam.org/forum und www.bau.net schlagen Alarm. |
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15.11.2002
Der besagte Graben wird mit Beton ausgegossen, dass das Drainrohr eine feste Auflage findet... Diese Art der Drainung ist jedem Spezialisten bei www.bauteam.org/forum neu.... |
| 15.11.2002
Um das notwendige Gefälle für die Betonrinne herzustellen, wird diese am Nordrand der Baugrube 15 cm dick gegossen. rein optisch sieht diese Lösung gut aus, doch.... |
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15.11.2002
... es stehen noch 15 cm Schotter unter Wasser. Es bringt nichts, die Drainage über den Schotter zu legen. Die Drainage muß - sollte der Schotter trocken bleiben und so als Wärmedämmung dienen können - unter dem Schotterbett platziert sein. |
| 18.11.2002
Fehler 4: Die tolle Drainrinne ist mit Schaumglasschotter bedeckt. Irgendwo darunter befindet sich ein Drainrohr.... |
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18.11.2002
Scheinbar Schotter im Überfluß.... Da stimmt doch was nicht... |
| 18.11.2002
Der Abwasseranschluss. Fehler 5 offensichtlich: Das Abwasserrohr verläuft nicht in einem Graben unter der Schotterschicht Fehler 6: Drainrohr liegt ohne jeglichen Schutz im Schotter |
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18.11.2002
Fehler 7: Im Erdkeller liegt kein Schotter (jedenfalls nicht in der Baubeschreibung)
Fehler 8: Streifenfundamente Fehlanzeige
Fehler 9: Ein Moniereisen in den Schotter gesteckt und geschaut, wann denn der gewachsene Boden kommt. Ergebnis: 19 cm statt 35 cm Schotterschicht |
| 20.11.2002
Das Ende des 1.Versuchs, eine Drainage einzubauen... oder das Ende von Fehler 9 und Beginn von Fehler 10 |
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19.11.2002
15 cm zuwenig ausgebaggert, damit sind wir bei Fehler 10 |
| 19.11.2002
Am nördlichen Grubenrand läuft Oberflächenwasser der nagegelegenen Felder in die Baugrube, somit Fehler 11 |
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Die Drainrohre mussten auch raus... |
| 20.11.2002
Misapor Schaumglasschotter ist normalerweise ein sauberes, graues, leichtes und trockenes Produkt. Was hier liegt ist braun, nass, dreckig, inhomogen und alles andere als ein Produkt, das wir vor einer Woche geliefert bekommen haben... Somit Fehler 11: Unsachgemäße Behandlung des Materials |
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20.11.2002 und
Fehler 12: Drainrohrverlegung nach Polier/Bauleiter-Art und laut einem Geologen und Bauleiter nichts dran auszusetzen, statt nach DIN 4095. |
| 21.11.2002
So ähnlich stellen wir uns unseren Erdkeller vor, nur leider Fehler 14 entsteht: Die Streifenfundamente werden auf den Drainrohren liegen |
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23.11.2002 Eigentlich hätten wir was bessere zu tun als am Wochenende nach den Fehlern der Bauarbeiter und der Versäumnisse des Bauleiters, Herrn Franke zu suchen... Fehler 14 wird nachgewiesen und per zweiter Mängelrüge angemahnt. |
| 30.11.2002 Fehler 15 oder nur schlampige Arbeit. Wie wird nun das Brett, das den Stützträger auf der Bausohle hält entfernt... (vergl. 2 Bilder oberhalb) |
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04.12.2002
Fehler 16 wird aufgedeckt. Der Schotter sollte verdichtet werden. Zudem übernimmt der Schotter statische Aufgaben. |
| Fehler 17 ist auch eindeutig.
Der Schotter wird seitlich durch Schotter gestützt und nicht durch ein Schalbrett, das bald wieder entfernt werden muss.
Fehler 18 ist dann auch offenkundig: Es fehlten einige m³ Schotter
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05.12.2002
Irgendwo kommt uns die Aufteilung der Räume im UG spanisch vor. Laut Plan (1.Bild oben) müsste der Vorratsraum hinter dem Wasserrohr ein fast quadratischer Raum werden. Wir Messen den Abstand vom Erdkeller zum Entwässerungsrohr und stellen Fehler 19 fest
Fehler 19: Die Maße des Vorratkellers stimmen nicht
Fehler 20 wird auch entdeckt: Das Fliess gemäß Baubeschreibung auf dem Schotter fehlt.
Wir eskalieren die sofortige Beseitigung der Mängel am 05.12. über die dritte schriftliche Mängelrüge. Zu diesem Zeitpunkt sind wir moralisch am Boden. Wir haben nicht geglaubt, daß wir überhaupt eine Mängelrüge schriftlich verfassen müssen - jetzt sind wir bei drei Mängelrügen vor dem Gießen der Bodenplatte. |
| 06.12.2002
Wir messen nochmals nach und stellen fest, dass heute Morgen was geändert wurde..... Mal sehen, wie es uns in der Baubesprechung dargestellt wird...
Fehler 21: heben wir uns für die vierte Mängelrüge auf. |
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Doch damit nicht genug. Fehler 22: Selbiges wie Fehler 21. Der Erdkeller ist 30 cm zu breit geworden, damit der Vorratskeller 30 cm zu schmal.
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| Mal wieder ein Suchbild: Bild A am 05.12.2002 | Bild B am 06.12.2002 |
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Die Lage des Abwasseranschlusses wurde nach der dritten Mängelrüge geändert. Nun stimmt die Lage der Stahlkörbe nicht mit den Statik-Bewehrungsplänen überein. Die vierte Mängelrüge unter Berufung auf den genauen Wortlaut von Baubeschreibung und Werksvertrag vor Betonieren der Bodenplatte und damit Einstellung der Bauarbeiten, bis ein geeignetes Bauteam gefunden wird. |
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| 15.12.2002 Dass die Baugrube zu steil ist rächt sich nach Ende des Frostes. Große Erdplatten lösen sich und rutschen in die Baugrube. | |
| Unserem Wunsch nach Wechsel des Bautrupps wird
entsprochen. Wann es weitergeht ist aber noch offen. Zuvor muß jedoch die
gesamte Armierung wieder ausgebaut, der verschmutzte Schotter am
Grubenrand entfernt und die Drainage nach DIN eingebaut werden.
Danach muß der Boden und der Grubenrand mit Flies ausgelegt und
gleichmäßig mit Schaumglasschotter befüllt werden, welcher streng nach
Herstellerangaben verdichtet werden muss. Anschließend muß der Schotter
wieder mit einem Flies abgedeckt werden um das Einschlämmen von
Feinteilchen zu verhindern wie uns nochmals Herr
Hartl per Fax mitgeteilt hat. Angesichts des Zustandes des
Schotters im derzeitigen Grubenrandbereich müssen wir auf den Ausbau
dieses Materials bestehen.
Unter der Bodenplatte sieht der Hersteller Misapor normalerweise eine PE-Folie wie ausgeführt vor. Wir haben jedoch in unserer Baubeschreibung festgelegt, dass auch hier ein stabiles Flies eingebaut werden muß. Wenn die Schaumglasschotterschicht sauber verdichtet und ordentlich egalisiert wurde, kann wieder mit der Schalung begonnen werden. |
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