Erdwärmetauscher - Praxis

 

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Ein Erdwärmetauscher ist relativ einfach in den Hausbau zu integrieren. Zahlreiche Hersteller bieten "Fertigsysteme" an, die problemlos eingebaut werden können. Je länger Sie sich jedoch mit diesem "einfachen System" beschäftigen, desto mehr werden Sie feststellen, wie viel unterschiedliche Ansätze für den bau eines EWT existieren. Ein guter Erdwärmetauscher bedarf auch einer guten Planung. Damit der winterliche Wärmegewinn bzw. die sommerliche Kühlung der Außenluft gut funktioniert und dabei nicht unnötigerweise Strom für die Ventilatoren vergeudet wird, muß der EWT richtig geplant werden  und auf die örtlichen Gegebenheiten angepasst sein.

Wenn Sie sich mit dem Gedanken tragen, ein Passivenergiehaus zu errichten, werden Sie früher oder später auf das PHPP stoßen. Das PHPP (Passivhausprojektierungspaket des Passivhaus-Institutes in Darmstadt)  setzt eine genaue Berechnung des Wärmebereitstellungsgrades des Erdwärmetauschers voraus.     

 
 

 

 

 

 

Wesentliche Einflußfaktoren für den Wärmebereitstellungsgrad eines Erdwärmetauschers ist die Wärmetauscheroberfläche und die Umgebungstemperatur, wie man im PHPP-Handbuch 2002 auf Seite 36 nachlesen kann. Es ist laut PHPP deshalb sinnvoll, den EWT möglichst lang und möglichst tief zu verlegen. Ein "Standard-Erwärmetauscher" mit einer Länge von 40 Metern in einer Tiefe von 1-1.5 Meter bringt einen Wärmebereitstellungsgrad von Newt von 20%. Wird der EWT in einer Tiefe von 1.5-2 Meter verlegt erreicht der EWT laut PHPP einen Wärmebereitstellungsgrad von Newt=33%.

Zur genauen Berechnung des Wärmebereitstellungsgrades Newt kann das Programm PHLuft verwendet werden, das unter www.passiv.de kostenlos downgeloaded werden kann. 

Ebenso gibt es unterschiedliche Meinungen darüber, wo der Erdwärmetauscher platziert werden sollte. Aus Kostengründen bietet sich z.B. die Baugrube um den Keller an, die vor den Rohbauarbeiten aus Sicherheitsgründen größer ausgehoben wird, als es für den Bau des Kellers notwendig ist. Der EWT wird dann wie in obiger Zeichnung dargestellt ringförmig um das Untergeschoss gelegt. Eine andere Möglichkeit wird in den Gestaltungsgrundlagen Passivhäuser (Feist: ISBN 3-935343-00-6) auf Seite 43 beschrieben. Im "Passivhaus Kranichstein" befindet sich der EWT unter der Bodenplatte. Diese Möglichkeit ist sehr umstritten, da die Wärme, die vom EWT genutzt wird eigentlich im Erdreich gespeicherte Sonnenenergie ist. Ein entsprechendes Schaubild der normalen Temperaturverteilung im Erdreich finden Sie auf unserer Kellerseite. Das Konzept, den EWT unter die Bodenplatte zu setzen hat aber einen gravierenden Schönheitsfehler, der auf den ersten Blick nicht zu erkennen ist. Alle Bauteile des Hauses müssen gedämmt werden. Auch der Keller eines Passivenergiehauses weist eine Wärmedämmung auf. Trotzdem gibt der Keller Wärme und damit Energie an das Erdreich ab. Die Wärmeabgabe wird durch den K- bzw. U-Wert charakterisiert, dessen Einheit W/m2*K ist. Der Schönheitsfehler liegt im Temperaturkoeffizienten vergraben. Je höher die Temperaturdifferenz zwischen Innen- und Außenwand ist, desto höher ist die Wärmeabgabe. Wird das Erdreich unter der Bodenplatte des Kellers im Winter "abgekühlt", steigt der Temperaturunterschied zwischen Innenwand und Außenwand und damit der Wärmeverlust des Gebäudes.

 

Aus der Wärmeverteilgrafik im Erdreich (siehe Kellerseite) wird ersichtlich, dass die "kühlen" Erdschichten im Sommer in ca. 2 Meter Tiefe zu finden sind. Soll der EWT also im Sommer zum kühlen der warmen und feuchten Außenluft verwendet werden, müssen die Rohre tief vergraben werden. Während des Betriebs im Sommer wird also Wärme und damit Energie in die tieferen Erdschichten "gepumpt" und das Erdreich mit Wärme betankt. Sie unterstützen damit die Sonne, die das Erdreich im Sommer erwärmt, damit im Winter genug Energie in tieferen Erdschichten vorhanden ist. Im Winter wird dieser prozess dann umgekehrt. Während die oberen Schichten des Bodens schnell auskühlen (oberste 30 cm können sogar gefrieren), nimmt die Temperatur des Erdreiches mit zunehmender Tiefe wieder zu. Um nun an Erdschichten zu gelangen, die wärmer als 10 Grad Celsius sind, muß der EWT wiederum in 2 Meter Tiefe verlegt sein. Damit nimmt die Temperaturdifferenz zwischen kalter Außenluft und Erdreichtemperatur und damit der Wirkungsgrad  des EWT wiederum zu. 

 

Quelle:  Dipl.-Ing. Gerd Dibowski DLR, Köln  Grundlagen • Planung • Simulation • Projekte L-EWT Teil 1 Systeme für Wohngebäude

 

Aus dieser einfachen Darstellung wird deutlich, dass die Verlegung eines EWT in nur einem Meter Tiefe wenig bringt und damit schlecht geplant ist.  Daher hat unser Planer den EWT in zwei Meter Tiefe gelegt (siehe Baubeschreibung - Energiesparhaus Langbein)

 

Die Kunst bei der Optimierung von EWT besteht darin, bei einem vorgegebenen Budget (Kasse des Bauherren ist meist leer) unter Einhaltung einer möglichst geringen elektrischen Leistungsaufnahme für die notwendigen Lüfter (CO2-relevant) die Luftaustrittstemperatur der Bodentemperatur bestmöglichst anzunähern. 

 

Allgemein einheitliche Ratschläge für den Bau des EWT